Start des »Forum Digitalisierung und Engagement«

Das »Forum Digitalisierung und Engagement« ist als koordinierter und strategischer Diskussionsprozess angelegt. Es geht darum, die Bürgergesellschaft in Deutschland mit ihren vielen gemeinnützigen Organisationen zu einem politisch-aktiven Umgang mit dem Mega-Thema Digitalisierung zu befähigen. Statt wie bislang nur zu reagieren, soll die Bürgerschaft gegenüber Staat und Wirtschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels selbstbewusster und kreativer werden.

So wie man vor Kurzem noch über Social Media und die Anwendungsmöglichkeiten nachdachte, steht jetzt die ungleich größere Frage im Raums, was der digitale Wandel für das bürgerschaftliche Engagement und seine Akteure eigentlich bedeutet, wo die Chancen und Risiken liegen und wie man angesichts der Komplexität der technischen Systeme sowie ökonomisch dominierender Internet-Konzerne zu einem reflektierten Umgang mit dem digitalen Wandel kommen kann. Viele Gemeinnützige des Digitalen Engagements gehen damit schon selbstverständlich um. Für die allermeisten Organisationen der Bürgergesellschaft ist es das jedoch nicht. Um das zu ändern, organisiert das »Forum Digitalisierung und Engagement«, ein Projekt des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), über zwei Jahre eine strategischen Diskussionsprozess, so dass die engagierte Zivilgesellschaft zu einer gemeinsamen Sprech- und Handlungsfähigkeit gelangt und den digitalen Wandel aktiv begleitet. Die Bürgergesellschaft mit all ihren gemeinnützigen Organisationen soll gegenüber Staat und Wirtschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels selbstbewusster, kritischer und kompetenter werden, um die Chancen der Digitalisierung für die eigene Organisation und somit für das Gemeinwohl der Gesamtgesellschaft zu nutzen

Das BBE nutzt dabei seine in den letzten 17 Jahren gewachsene Funktion als Wissens- und Kompetenzplattform für über 30 Millionen bürgerschaftliche Engagierte in Deutschland, um die Akteure trisektoral (Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ) zu vernetzen und in einen Austausch von Erfahrungen, Meinungen und Handlungsansätzen zu bringen. Am Ende des Prozesses sollen Handlungsempfehlungen für Politik - Bundestag und Bundesrat - und Wirtschaft - Unternehmen, KMU, Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft, aber auch "Selbstbeauftragungen" für die Bürgergesellschaft auf den Weg gebracht werden.

Das Format

Der Ansatz des Projekts zielt auf die Etablierung eines überwölbenden Diskurses der Digitalisierung in der Bürgergesellschaft. Die zahlreichen, meist praktischen Aktivitäten sollen in einen allgemeinen und praxistauglichen Bezugsrahmen gerückt werden. Durch die Veranstaltungen - zwei Konferenzen und fünf Dialogforen - sollen Positionierungen für die Bürgergesellschaft erarbeitet werden.

Das Besondere an dem Format ist, dass die beteiligten Organisationen ihr Verhältnis zum digitalen Wandel aus ihrer spezifischen Fachlichkeit heraus entwickeln sollen. Also nicht: Digitale Novizen orientieren sich auf einem neuen Feld, sondern: Expertinnen und Experten auf den diversen Feldern des bürgerschaftlichen Engagements erarbeiten sich eine jeweils individuelle Arbeitsgrundlage für den Umgang mit digitalen Umgebungen und Instrumenten. Dadurch operieren die beteiligten Organisationen nicht als Laien, die sich nun "die Digitalisierung" erklären lassen, sonders als professionelle Akteure, die ihre Organisationen und damit auch das darin gebundene bürgerschaftliches Engagement auf Weiterentwicklungspotenziale befragen und diese gemeinsam mit anderen entwickeln. Der Erfahrungsaustausch zwischen Organisationen aus verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft (Soziales, Kultur, Sport, Klimaschutz, Integration etc.) soll dabei besonders hervorgehoben werden. Die analogen Dialogforen werden durch eine Online-Beteiligungsplattform begleitet werden: so eröffnet sich eine weitere Diskursebene und Beteiligungsmöglichkeit.

Das Projekt zielt in erster Linie auf gemeinnützige Organisationen der Bürgergesellschaft und ihrer Spitzenverbände ab. Es soll aber auch Wissenschaft und Medien adressiert werden, um für eine möglichst weite Verbreitung der diskutierten Themen zu sorgen. Das Projekt freut sich über Anregungen, Positionen und Mitwirkungswünschen um einen möglichst breiten Beteiligungsprozess rund um das Thema Digitalisierung und bürgerschaftliches Engagement zu organisieren.

Das Forum ist ein Projekt der BBE Geschäftsstelle gGmbH und wird von der Robert Bosch Stiftung und dem Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat gefödert.

Forum Digitalisierung und Engagement. Digital. Souverän. Engagiert.