Das Forum fragt...

... Expert*innen antworten und die Zivilgesellschaft diskutiert - jetzt mitmachen und gemeinsam den Digitalen Wandel gestalten!

Dauerangebot

Braucht die europäische Zivilgesellschaft digitale Formate made in Europe?

Braucht die europäische Zivilgesellschaft digitale Formate made in Europe?

Paulina Fröhlich antwortet:

Digitale Formate, ob spezifische Apps, praktische Kollaborationstools oder bündelnde Plattformen, sind - wie es aussieht - Teil unserer Zukunft. Also sollten sie auch Teil der Zukunft der europäischen Zivilgesellschaft sein. Der Wunsch nach digitalen Produkten und Services aus Europa sind m.E. darin begründet, dass die Wünschenden dem europäischen Datenschutz vertrauen und weniger Sorge haben, dass ihre Daten ausschließlich in kommerzieller oder staatlicher Hand bleiben, wie bei chinesischen oder US-amerikanischen Produkten es anzunehmen ist. Die Begründung, dass Europa “mithalten” muss, im Wettlauf um Innovationen scheint mir bei den AkteurInnen der Zivilgesellschaft nachgestellt.

Europäische Öffentlichkeit

Europa befindet sich fortlaufend in einem Integrationsprozess. Damit sich EuropäerInnen nicht nur zugehörig sondern auch zusammengehörig zuführen, braucht es gemeinsame Erfahrungswelten, sprich: eine europäische Öffentlichkeit. Diese ist bei weitem nicht bloß auf Medienkanäle oder Marktplätze beschränkt, sondern findet ebenso im digitalen Raum statt. Eine europäische digitale Öffentlichkeit sollte “made in Europe” sein und auf gemeinsame Werte, wie Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Solidarität aufbauen. Die Zivilgesellschaft kann und sollte bei der Erschaffung eine zentrale Rolle spielen. Wir machen das gerade: wir bauen mit vielen europäischen Köpfen den “European Hub for Civic Engagement” und jedeR ist willkommen, mitzumachen."

 

Paulina Fröhlich ist Leiterin des Programmbereichs Zukunft der Demokratie des Progressiven Zentrums.

Dort leitet sie u.a. innovative Dialogformate mit BürgerInnen, wie "Europa hört – eine Dialogreise", und Projekte zum souveränen Umgang mit demokratiefeindlichem Populismus im öffentlichen Raum.

 

Das Forum kommentiert:

"Dass die Europäische Union einen vergleichsweise harten Kurs in Sachen Datenschutz verfolgt und dass dadurch die europäischen Bürger*innen größeres Zutrauen in den Datenschutz ‚made in Europe‘ haben, liegt auf der Hand. Was aber der Beitrag von Paulina Fröhlich noch stärker zeigt, ist, dass wir nicht nur von einem europäschen Datenschutz profitieren: es braucht darüberhinaus eine vernetzte europäische Zivilgesellschaft, die sich verstärkt im digitalen Raum zusammenfindet und diesen für die Stärkung der gemeinsamen Werte wie Rechtstaatlichkeit, Minderheitenschutz und Solidarität nutzt.

Zunehmende Integration kann nicht nur wirtschaftlich oder datenschutzrechtlich vollzogen werden, sondern sollte auch in der Zivilgesellschaft als tragende Säule der Demokratie stärker beachtet werden. Eine souveräne und kompetente digitale Zivilgesellschaft ist enorm wichtig für eine starke, solidarische und kritische europäische Öffentlichkeit."

Jetzt sind Sie gefragt: Was ist Ihre Meinung?

Braucht die europäische Zivilgesellschaft digitale Lösungen und Produkte aus Europa oder spielt für Sie die Herkunft Ihrer Arbeitstools keine Rolle? 

Klicken Sie hier, um das Formular zu öffnen: Beitrag schreiben

Beiträge suchen und filtern