Datenschutz und Datensicherheit aus zivilgesellschaftlicher Perspektive

Ein Briefkasten mit der Aufschrift "Private".

Datenschutz ist ein zentraler Begriff und hat ganz praktische Auswirkungen auf das bürgerschaftliche Engagement. Dabei ist es augenscheinlich, dass das digitale Sicherheitsbewusstsein sowie das dazugehörige Sicherheitsverhalten im Netz zu wenig ausgeprägt sind. Ein weiterer Problemschwerpunkt ist das fehlende Know-How über Daten, Algorithmen und technische Maßnahmen für Datenschutz und Datensicherheit. Dieses Know-how ist aber essentiell für die Gewährleistung der digitalen Souveränität.

Für einen informierten und kritischen Diskurs bedarf es des Weiteren einer Diskussion über digitale Alternativen. Die Digitalisierung wird von den großen Digitalkonzernen vorangetrieben und die digitale Infrastruktur ist dominiert von großen Unternehmen, die erheblichen (negativen) Einfluss auf Datenschutz und Datensicherheit haben. Konzerne wie Google, Facebook und Co haben eine solche Marktmacht erreicht, dass ihre (häufig kostenfreien) Plattformen und Produkte alternativlos erscheinen. Diese Monopolstellung hat auch Folgen für die Zivilgesellschaft. Hier bestünde die Chance, Datenschutz zu einer Kernkompetenz »Made in Germany« zu machen, um sich so von den gewinnorientierten Technologieriesen der USA und dem Abschottungsmodell Chinas abzuheben und einen Weg zu digitalen Alternativen aufzuzeigen.

Datenschutz ist ein zentraler Begriff des breiten Felds der Digitalisierung und hat ganz praktische Auswirkungen auf die Arbeit der bürgerschaftlich Engagierten. Die Datenskandale der letzten Jahre sowie die Einführung der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) haben uns noch einmal vor Augen geführt, welchen Einfluss Datenschutz und eine sichere Dateninfrastruktur auf unser gesellschaftliches Leben haben.

Besonders deutlich wird, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, dieses Feld zu bearbeiten und dass das bürgerschaftliche Engagement sich stärker damit auseinandersetzen muss, um eine starke Stimme für die Gemeinwohlorientierung zu sein. Die engagierte Zivilgesellschaft sollte den Diskurs um das breite Themenfeld Datenschutz und Datensicherheit informiert und mündig mitgestalten und alternative Konzepte zu den wirtschaftsgetriebenen Technologieriesen erarbeiten. Um dies zu bewerkstelligen, bedarf es jedoch zunächst der Ausbildung eines digitalen Sicherheitsbewusstseins und entsprechende Kenntnisse im Umgang mit digitalen Hilfsmitteln.